Expedition 'Afric', off Plymouth, England (1997-2000)

Tauchtiefe: 62-85m

Im Sommer 2000 sollte es für die Taucher des Grid-Tech-Teams an der Küste Südenglands eine richtige Wracktaufe geben. Hierzu plante ich für meine Freunde ein ausgedehnte Tauchexpediton rund um Plymouth, wo es noch zahlreiche unberührte Wracks zu finden gibt. Nachdem ich das Gebiet bereits durch zahlreiche Tauchgänge der letzten Jahre gut kannte, schlug ich vor zunächst in Fort Bovisand, einem Ausbildungszentrum für Berufstaucher, Nähe Plymouth Quartier zu beziehen, und von dort in den nächsten Tagen erst einmal einige Wracks in geringen Tiefen zu betauchen, damit sich die Jungs meines Teams an die Gegebenheiten des Wracktauchens in England gewöhnen konnten.

 

Von hieraus wollten wir dann später uns mit der Crew der Loyal Watcher treffen, um ausgedehnte Tauchgänge an der Afric zu unternehmen und um anschließend noch einige neue Wracks zu suchen. Bei früheren Tauchgängen an der Afric, hatte ich eine Stelle gefunden an der ich bereits zahlreiche Prozellanstücke mit dem begehrten White-Star-Logo bergen konnte. Hierhin wollte ich nun mit Hilfe des Teams erneut tauchen, um so viele White-Star-Artefakte als möglich zu bergen. 

 

Nachdem es gelungen war, für diese Expedition Sponsoren zu gewinnen (Danke an Mitsubishi (Fahrzeuge), Messer (Gase), Sinn (Uhren, Logistik), ging es schwerbepackt nach Calais um von dort mit der Fähre nach Dover überzusetzen und zur Weiterfahrt nach Plymouth.

Hubert & Mario mit fetter Beute / Goodies (Charlwood 2000)

Kaum hatten wir uns in Fort Bovisand eingelebt, unsere Ausrüstung überprüft und die Gase für unsere ersten Tauchgänge gemischt, ging es zunächst zur Eingewöhnung an das Wrack der Charlwood. Das Wrack ist zwar mit einer Tiefe von rund 65m nicht besonders tief, doch wurde es in diese Zeit nur selten von Tauchern angefahren, so dass ich bereits bei früheren Tauchgängen reiche Beute machen konnte.

 

Beute von der Charlwood /goodies

Ursprünglich war das Schiff, ein altes Segelschiff mit Stahlrumpf, 1890 mit einer Ladung Glas und Porzellan gesunken, aufgrund der Vielzahl dort vorhandener Glas- und Porzellanteile nur das Glaswrack genannt, doch nachdem wir zwei Jahre zuvor die Schiffglocke bergen konnten, war das Schiff als Charlwood identifiziert. Vor allen Dingen war ich sicher, dass an diesem Wrack ein jeder im Team problemlos erste Artefakte sammeln konnte um damit den Grundstein für die weiteren geplanten Wracks legen zu können.

Ivan & Jindra mit ihrem 1. Bullauge / Ivan & Jindra with their 1st porthole

Es kam wie ich es vorausgesehen hatte: Bereits nach dem ersten Tauchgang am Wrack bei denen jeder im Team zahlreiche gute Funde machten konnte, gerieten meine Freunde in einen regelrechten Bergerausch und die Größe der Bergesäcke wurde von Tauchgang zu Tauchgang größer! Ein idealer Ein-stieg für mein Team ins Wrack-tauchen, den wir mit Tauchgängen an (damals) neuen und noch unberührten Wracks wie der East Point (1917), 68m (224ft) abrundeten. Das Erlebnis mit Jindra an diesem Wrack wird mir ebenfalls stets in Erinnerung bleiben! Danke Jindra, für das wunderschöne Messer dass Du für mich anfertigen lassen hast!

Tauchen am Wrack der Charlwood (ex. Glaswrack):

Diving the wreck of the Charlwood (ex. Glasswreck), 58-66m (190-217ft):

Happy Divers: Grid-Tech Team mit der Beute der ersten Tauchtage / Team with the artefacts from first days diving.

White Star Liner S.S. Afric (1899)

Hochmotiviert und bestens gelaunt durch die erfolgreichen Einführungs-tauchgänge der ersten Tage, ging es am Ende der ersten Woche an Bord der Loyal Watcher, die wir für die nächsten Tage gechartert hatten. Unser Ziel war nun das Wrack der Afric, die ich mit dem Team ausgiebig betauchen wollte, damit möglichst jeder meiner Tauchpartner und Freunde möglichst viele der sehr begehrten und exklusiven White-Star-Artefakte mit nach Hause nehmen konnte.

 

Das Wrack steht aufrecht in einer Tiefe von rd. 76m, und ist etwa 12-15m hoch, so dass die Decks bereits in einer Tiefe von 62m erreicht werden können. Leider ist das gesamte Wrack mit Netzen überzogen, die sich im Lauf der Jahre am Wrack verfangen haben. Es daher nicht leicht in das Innere zu tauchen und ich wusste, dass die meisten Taucher diese Netze meiden und sich das Wrack nur in sicherem Abstand ansehen. Dies war mir nur recht, denn ich hatte hier bei früheren Tauch-gängen eine lukrative Stelle entdeckt, wohl in der Nähe der Küchen und des Restaurants, denn hier lagen tief im Wrack hunderte von Geschirrteilen, viele zwar zerbrochen, doch teiweise auch in sehr gutem Zustand.

Bereits beim ersten Tauchgang am Wrack gelang es mir, diese alte Stelle wieder zu finden. Dieses Mal jedoch hatte ich Hubert dabei, der mich beim Eintauchen unter die Netze und beim Eindringen in das Wrack sicherte. Somit konnte ich mich bequem auf die Bergung der Artefakte konzentrieren und brauchte die gefüllten Netze nur an Hubert weiterreichen, um dann das nächste Netz zu füllen, ohne mir große Gedanken um meine Sicherheit machen zu müssen. Aber auch die anderen Mitglieder im Team fanden den einen oder anderen Teller ausserhalb des Wracks und Jindra und Ivan gelang es erstmalig das Wrack zu filmen - nach meinem Kenntnisstand sind dies die einzigen Videoaufnahmen, die je von der Afric gemacht wurden.

Die Crew der Loyal Watcher bescheinigte uns dann nach mehreren erfolgreich durchgeführten Tauchgängen am Wrack, dass sie bis zu diesem Zeitpunkt niemals zuvor soviele White-Star-Artefakte vom Wrack geborgen wurden. Vor allem aber dass noch nie intakte und gut erhaltene Fundstücke in dieser Qualität an Bord gebracht wurden, wie von uns! Selbstverständlich bedankte wir uns auch bei der Crew, die ebenfalls einige Andenken erhielten und nahmen Kurs auf neue ungeberührte Wracks, wo ich dann unsere England Expedition mit einer neuen Schiffsglocke für meine Sammlung abrunden konnte. Alles in allem eine tolle Aktion des Teams, bei der wir sehr viel Spaß hatten!

Tauchen am Wrack der Afric:

Diving the wreck of the Afric: 76m (250ft):

Expedition 'Afric', Plymouth/UK (1997-2000)

 

Depth: 62-85m (203-278ft)

In summer 2000, all divers of the Grid-Tech-Team should get their 'wreck-diving baptism' at the coast of Southern England. To achieved this, my friends and me had planned a large diving expedition around Plymouth, where numerous untouched wrecks are still waiting for their discovery. Since I knew the area from serveral dives in the past years, I suggested to start our dives from Fort Bovisand, a Training Center for Commercial Divers. Here we had perfect conditions for the next days, to carry out a few build-up dives on shallower depths, so the guys in the team could get used to the specifics of wreck diving in the UK.

After this, we had planned, to meet up with the crew of the Loyal Watcher, to carry out some extended diving on the wreck of the Afric, and afterwards, to search for some new wrecks in the area. During my earlier dives on the Afric, I had found access to an area, where I was able to recover numerous of the rare White-Star china. The plan was to dive back to this spot and with the help of the team, to recover as many White-Star artefacts our bags could carry.

 

After we had successfully enganged some of my sponsors (thanks to Mitsubishi(trucks), Messer (Gases) and Sinn (watches, logistics), we drove heavily loaded to Calais, to take the ferry across the channel to Dover and further to Plymouth.

Jindra bei der Vorbereitung zum Tauchgang an der Charlwood / Jindra preparing to dive the Charlwood

Once we had sorted out our equipment at Fort Bovisand and the gases for our first dives had been mixed, we took off for build-up dives at the wreck Charlwood.  With 65m (213ft), the wreck is not very deep, nevertheless, at the time not many divers had managed to dive the wreck and from earlier dives I knew, that there were still lots of goodies waiting for recovery.

For a long time, the wreck, a old sailing barque with steel hull from 1890, with a cargo of glass and porcellan, had been called only the glasswreck due to the vast amount of glasses and decanters which had been found on the wreck. After we had found the ships bell two years ago, the wreck was identified as Charlwood. I was absolutely convinced, that on this wreck, each member would be able to start collecting first artefacts as a decent start off to dive the other wrecks during our expedition. 

Erich mit prall gefülltem goodiebag /Erich with heavily loaded goddiebag (Charlwood 2000)

Things developed as predicted: already after the first dive on the wreck, each member of the team collected good artefacts and my friends turned into a real salvage fency. The size of their goodie bags got bigger from dive to dive.This was a superb start-off and we continued to dive a few at that time still untouched wrecks like the East Point (1917), 68m (224ft). One experience with Jindra on this wreck I will sure never forget! Thank you Jindra for the wonderful knife you have got for me!

Highly motivated and happy about our successful start-off dives from the first days, we boarded the Loyal Watcher at the end of the first week, which we had chartered for the next days. Our target was now the Afric, which we had planned to dive intensively, so each of my dive partners would be able to bring home some of the rare and exclusive White-Star artefacts.

The wreck is standing upright at a depth of approx. 76m (250ft) and it is rising about 12-15m high, so the decks can be reached at a depth of 62m (204ft). Unfortunately, the wreck is heavily covered with trawler nets, which got snugged in the wreck during the past years. So it is not an easy task, to reach the inside of the wreck. Due to this fact, most of the divers stay clear of the nets and dive the wreck only from safe distance. This fact of course was just fine for me, because during some earlier dives I had found a promising spot inside the wreck, likely close to the kitchen and the galley, as the whole area is littered with hundreds pieces of china. Many broken unfortunately but with little luck, many artefacts in good conditions can be found.

Hubert vor unserem 1. Tauchgang/ Hubert preparing for his first dive

Already during the first dive at the wreck, I was able to relocate the old spot. This time, I was fortune, that Hubert was with me, who gave me cover and supported me when I went deep underneath the nets and inside the wreck. With his help, I was able to fill the bags, pass them on to Hubert and continue to fill the next bag, without too much worrries regarding my safety. But the other members of the team also found a few plates outside the wreck and Jindra and Ivan managed to film the wreck - from what I know, these is the only video footage, ever captured on the Afric.

After completing several successful dives, the crew of the Loyal Watcher pointed out, that this was the first time ever, when so many White-Star artefacts had been raised, especially never before, so many good and intact pieces had been brought up from the wreck. It was only natural, that we left a few pieces to the crew, to appreciate the good team-work! Afterwards, we set sail to dive a few untouched wrecks in the area and I was able to add another shipsbell to my collection. Once again, a superb achievement of the team, where we had lots of fun and a great time!

Einige der besten Artefakte nach der Restaurierung / Some of the best artefact after restoration.

Link to wreck database:

 

http://www.wrecksite.eu/wreck.aspx?5098